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Geschichte des Holzaquariums
Kaum ein Aquarientyp erweckt bei den "Standart Glasbeckenbesitzern" (*g*) so große Augen wie ein komplettes Aquarium aus Holz. Dabei ist der Bau eines solchen Beckens gar nichts ungewöhnliches. In einem Buch aus den 80er Jahren habe ich ganz selbstverständlich eine Auswahl der verschiedenen Aquarientypen gefunden. Hier mal ein Zitat aus dem heute 28 Jahre alten Buch:
"Aquarienbehälter können aus Glas, Kunststoff, Holz, Eisen oder Beton in allen Formen und Größen angefertigt werden."
In den 60er Jahren wurde es durch die Erfindung des Silikon Kautschukes erst möglich Vollglasbecken herzustellen. Vielleicht ist deshalb dieses recht alte Buch noch von der Zeit geprägt, als man andere Alternativen zur Fischhälterung benötigte.
Die Herstellung eines glasfaserverstärkten Kunststoffaquariums (Kurz: GFK) mit Holzrahmenbasis wurde dort in Text und Bild ausführlich beschrieben. Da mir leider aus rechtlicher Sicht ein ausführliches Zitieren des Buches nicht möglich ist, verweise ich alle aquaristisch, historisch Interessierten auf das Buch "Lebensraum Aquarium" von Lingen (ab S. 149). An dieser Stelle hoffe ich bereits die ersten Zweifel, die gegen ein Holzaquarium sprechen würden, aus dem Weg geräumt zu haben. Wenn man dieses sehr aufschlussreiche Buch liest, wird man feststellen, dass eher die Vollglasaquarien ein "neues Experiment" sind und (wie auch später nochmal beschrieben) bei weitem nicht die Haltbarkeit eines Holzaquariums aufweisen.
Wollen wir uns nun an die einzelnen Arbeitsschritte machen. In "Lebensraum Aquarium" sind sinngemäß folgende Schritte auszuführen:
- 1. Aus der Front wird ein Rahmen (ca. 7cm Auflagefläche) ausgesägt.
- 2. Glattschleifen der Sägekanten
- 3. Sämtliche Bretter werden mit Holzleim verklebt und mit langen Nägeln zusammengehalten, um ein Verrutschen zu vermeiden.
- 4. Nach Aushärtung werden die Nägel wieder entfernt und alles mit versenkten Schrauben verschraubt.
- 5. Beschichtung mit zwei Lagen Kunstharzlack oder Zweikomponenten Kunstharz.
- 6. Nach Trockung der ersten beiden Schichten, wird Silikon entlang der Ecken gezogen, danach eine dritte Schicht Kunstharz aufgetragen.
- 7. Auf den Rahmen wird nun Silikon aufgetragen und die Scheibe eingesetzt.
- 8. Holzkeile werden gegen die Frontscheibe gesteckt, um gleichmäßigen Druck auszuüben.
Es folgen einige Anmerkungen zur Herstellung mit GFK statt Harz alleine, sowie ein Beispiel zur Berechnung der benötigten Holzzuschnitte. Was jedoch wirklich wichtig und bis heute relevant ist, ist der folgende Abschnitt. Es werden eine Reihe von Vorteilen aufgezählt, die ich nun selbst noch einmal und bezogen auf die Gegenwart wiedergeben werde. Die Gründe, weshalb sich ein Holzaquarium für Sie lohnen könnte:
- Ansprechendes Äußeres (bleibt wohl Geschmackssache...)
- Möglichkeit ohne Mehrkosten alle Formen und Größen zu verwirklichen, sowie Lochbohrungen vorher selbst leicht durchzuführen.
- Einfache Werkzeuge, überall erhältlicher Werkstoff und relativ einfacher und dennoch sicherer Aufbau
- Je nach Bauweise haltbarer als Vollglasbecken, da keine Silikonnähte mehr unter "Zug" stehen, sondern die Scheibe immer gegen den Rahmen gedrückt wird.
- Günstiger als Vollglasbecken (dazu später mehr...)
- Weitaus geringere Energieverluste, sehr gute Wärmedämmung im Gegensatz zu Glas.
- Geringfügig leichter als Vollglasbecken
Sie sehen also: Damals waren heutige Aquarienexoten völlig normal. Doch durch das Internet sind Seiten wie Holzaquarium.de entstanden, die für Aufsehen in der Online Aquaristikszene gesorgt haben und gute Berichte zum Bau von Holzaquarium wieder verbreitet haben.
So dürfte nun auch in den letzten Ecken angekommen sein, dass Aquarien aus Holz ganz und gar nicht waghalsig sind, sondern ihren gläsernen Verwandten einiges voraus haben! Wozu dann überhaupt dieser Bericht? Leider gibt es im World Wide Web neben der eben erwähnten Seite quasi keine weiteren Bauberichte. Vielleicht auch welche, die so weit ins Detail gehen, wo bei dem ein oder anderen noch ein Fragezeichen stehen könnte.
Ich möchte daher nun über den Bau eines MDF Holzaquariums berichten, welches mit Epoxidharz und Glasfasermatten beschichtet wurde.
In die Tat umgesetzt...
Zuerst einmal stand bei mir die Frage nach dem wichtigsten Bestandteil meines GFK Beckens mit Holzumrahmung (darauf lief es schließlich hinaus). Nach vielem Lesen und insb. nach dem Lesen eines von Norbert Knaak (den ein oder anderen in Internetforum auch als "fisker" bekannt ;-) verfassten Artikel zum Bau eines Holzbeckens in der Amazonas Ausgabe Nov/Dez 2008 hatte ich nun genaue Vorstellung zum geplanten Becken.
Bei den Aquarien, die auf Holzaquarium.de vorgestellt werden, wurden MDF Platten benutzt, welche durch ihre weicheren Eigenschaften weitaus mehr Beschichtung benötigten, als jene aus Siebdruckplatten, wie in der Amazonas Ausgabe vorgestellt. Letztere kommen durch ihre wasserundurchlässige Beschichtung sogar unter Umständen ganz ohne eine Beschichtung aus und werden von dem ein oder anderen nur durch Silikonnähte an den Schnittpunkten abgedichtet. Dennoch sind Siebdruckplatten um ein vielfaches teurer. Doch nun bereits ein sehr, sehr wichtiger Fakt:
Ein MDF Holzaquarium mit viel Harzbeschichtung und ein Aquarium aus Siebdruckplatten mit nur einer Schich Harz, kommt preislich fast aufs selbe hinaus, doch...
Ich jedoch hatte den Vorteil, dass mir jemand das Harz kostenfrei besorgen konnte. Natürlich war aus dieser Sicht die Entscheidung für mich gefallen: Es wird ein MDF Becken! Diese Entscheidung musste ich jedoch leider recht schnell bereuen, denn die von ihm als unbedenklich eingestufte Epoxid Beschichtung stellte sich bei Nachfrage des Herstellers leider als hochgiftig, nicht einmal lebensmitteltauglich heraus. Ein Aufbringen in einem Aquarium machte es daher unmöglich!
Daher musste ich sämtliches Harz bei einem seriösen Händler kaufen. Den fand ich mit unübertroffenen Service in Breddermann's Kunstharzen. Der tolle Service, die Qualität, der Preis das verdient es definitiv hier lobend genannt zu werden. Wenn man wie ich mit dem dortigen Epoxidharz E45TM arbeiten möchte und wie ich eine Glasfasermattenstärke von 450g/m² besitzt, sollte man jedoch knapp die dreifache(!) Menge nehmen, die dort angegeben ist. 400g reichen unter den Umständen (MDF, 450g/m² Glasfaser) nicht für 1m². Ich benötigte knapp 1,2kg Harz für eine Schicht auf 1m²!
Wenn Sie jetzt mitrechnen, vergleichen und überlegen, dann können Sie den obrigen kursiven Satz nun selbst beenden;
...ein Siebdruckbecken ist einen mehr oder minder kleinen Tacken günstiger.
Wie gleich zu sehen, ist Siebdruck auch durch die nur einmalige Beschichtung UND das Wegfallen von Glasfasergewebe weitaus einfacher zu bauen und bei weitem nicht so arbeitsintensiv wie MDF Becken. Nach dem Bau zweier MDF Becken kann ich Ihnen daher nur davon abraten, es mit dieser Holzart zu versuchen, wenn Sie nicht wirklich das Harz umsonst bekommen können. Die Arbeit, die die Beschichtung mit sich bringt ist jedoch auch nicht ohne, so dass ich dafür nun sogar lieber mehr draufzahlen würde.
Auch wenn ich daher von anderen Werkstoffen als Multiplex und Siebdruck (ziemlich das selbe, nur ist Siebdruck bereits wasserfest beschichtet und daher noch einen Taken sicherer) abrate, so möchte ich dennoch in Kurzform zeigen, wie ein MDF Aquarium gebaut werden kann. Denn vielleicht möchten Sie ja wirklich dieses Material nehmen, da Sie vielleicht wirklich kostengünstig an das Harz kommen können. In Teil 2 dieses Artikel werde ich in Zukunft ein Becken aus Siebdruckplatten bauen, welches zudem eine Seitenscheibe besitzen wird und besondere Ausschnitte für die Scheibe. Dieser wird per Video dokumentiert werden. Die Grundkonstruktion ist jedoch für jeden Holztyp gleich. Sie können natürlich auch andere Holzarten, wie Tischlerplatten benutzen, welche natürlich nicht eine solch starke Beschichtung wie das weiche MDF benötigen, dennoch im Gegensatz zum luxuriösen Siebdruck von allen Seiten von Feuchtigkeit geschützt werden müssen. Bei Siebdruck reicht es die Schnittkanten zu schützen. Von Spanplatten jeglicher Art würde ich jedoch abraten.
Für das gebaute 204x50x50 große Aquarium wurden ca. 9,5kg Epoxidharz und 7m² Glasfasermatten verarbeitet. Für einen nötigen Außenanstrich habe ich außerdem das "giftige" Harz benutzt, denn das Becken muss selbstverständlich vollkommen gegen Feuchtigkeit geschützt werden, um ein Aufquillen zu vermeiden. Und das geht bei MDF besonders rasant und stark vonstatten. Daher sollten Sie lieber mit etwas mehr Harz rechnen. Wichtig ist außerdem natürlich die Stärke des Holzes.
Für das angegebene Becken habe ich 19mm starke Platten verwendet. Dies halte ich bei MDF auch für die Grenze bei dieser Beckenhöhe. Bei Siebdruckaquarien kann man mit 19mm durchaus auf 60cm Höhe gehen.
Als erstes müssen die benötigten Platten ausgerechnet werden. Ich habe die Seitenplatten auf die Bodenscheibe befestigt, die Front und die Rückwand jeweils auf die Kopfseiten drangesetzt. Daraus ergeben sich folgende Formeln:
Rück- und Forderseite: je Länge x Höhe
Seitenscheiben: je [Breite-2D] x [Höhe-1D]
Bodenplatte: Länge x [Breite-2D]
Wobei "D" für die Dicke des Holzes steht.
Zuerst sollte man die beiden Seitenplatten so passgenau wie irgend möglich an die Außenkanten anbohren. Dazu können spezielle Klemmen benutzt werden, die Bretter im 90° Winkel halten können, damit die Bretter beim Bohren nicht verrutschen.
Nun kommt aber bereits die erste Warnung für MDF Bauer: MDF reißt sehr leicht und kann dadurch an Stabilität verlieren. Es ist daher unbedingt notwendig hochwertige MDF Spax Schrauben zu benutzen. Solche Spezialschrauben finden Sie z.B. in diesem Onlineshop. Die 3,5x50 er Länge sollte für die Plattenstärke von 19mm angedacht werden. Desweiteren sollten die Löcher unbedingt ausreichend tief vorgebohrt werden mit einem Holzbohrer, der nicht weniger als 0,5mm von der Dicke der Schrauben abweicht, um ein späteres, starkes Spreizen zu vermeiden. Die Schrauben sollten im Abstand von ca. 5cm gesetzt werden, dabei ist darauf zu achten, dass jeweils an den Kanten etwas mehr Abstand gelassen wird, da MDF hier besonders gern aufreißt.
Sehr wichtig ist außerdem, dass Sie die Schrauben so genau wie möglich in die Mitte der Platten setzen, wenn Sie "in Kopf" bohren. Bohren Sie hier zu nah an den Rand erhöht sich die Gefahr von Rissen um ein Vielfaches!
Die Dann kommt Vorne und Hinten die Platte auf den Korpus geschraubt. Beachten Sie: Zuerst wird das ganze Becken erst einmal zusammengeschraubt (noch nicht zu fest anziehen!) und nachdem es einmal zusammengeschraubt wurde, wieder auseinandergenommen und dann geleimt und wieder verschraubt. So haben sie eine definitive Passgenauigkeit und können relativ entspannd leimen.
Beim Abnehmen aller Bretter wird ihnen sicherlich dann bei genauerem Betrachten auffallen, dass dennoch leichte Risse entstanden sein könnten. Durch die oben gezeigten Schraubentypen sind die jedoch schon deutlich kleiner und feiner und sollten die Statik des Beckens nicht mehr beeinträchtigen. Das anschließende Verleimen der Schnittkanten wird für genügend Anfangstabilität sorgen. Sie können mögliche Risse auch mit einer feinen Nadel mit Leim füllen, auch wenn durch den Druch wohl in alle Ritzen der Leim verlaufen sollte.
Dieser Arbeitsschritt kann bereits eine mittelgroße Sauerei werden, denn der meiste Leim wird herausquillen (also am besten Folie auslegen) und sollte dann entweder abgewischt oder etwas glattgestrichen werden. Als Leim selbst sollten Sie auf ein Markenprodukt, wie Ponal in wasserfester Ausführung zurückgreifen.
Nun schaut das ganze schon um einiges mehr nach einem Aquarium aus. Zur Erhöhung der Stabilität und Minderung der Biegung der Platten habe ich danach zudem noch passend Dachlatten als Querstreben angebohrt und geleimt. Wie auf dem Bild zu sehen, habe ich alle Wände durchnummeriert bzw durch Buchstaben gekennzeichnet, um nach dem Abnehmen wieder die genaue Schraubenreihenfolge zu haben. Auch eine Markierung für oben und unten ist wichtig. Der Korpus muss natürlich exakt so zusammengesetzt werden, wie er vorher bereits einmal zusammengeschraubt war.
Vor dem Beschichten mit dem Epoxidharz muss natürlich noch der vordere Rahmen mit Hilfe einer Stichsäge ausgeschnitten werden. Es sollte ein etwa 5cm breiter Rand stehen bleiben, so dass die Glasscheibe später genügend Aufliegefläche hat. Den Ausschnitt sollten Sie zur Seite legen, den brauchen Sie noch...
Nun folgt der natürlich wichtigste Schritt, nämlich die Beschichtung des gesamten Beckens. Dabei sollten Sie die beigelegte Broschüre genaustens beachten. Ein falsches Mischungsverhältnis, nicht ausreichendes Rühren, falsche Verarbeitungstemperatur oder Luftfeuchtigkeit können dazu führen, dass die gesamte Beschichtung durch Ausbleiben der Härtung unbrauchbar wird und Sie das Becken wegwerfen können!
Die Glasfaser sollte so zurechtgeschnitten werden, dass sie leichte Überlappungen aufweist. Härter und Harz sollten in verschiedenen Messbechern abgewogen werden und in einem sauberen Eimer gut verrührt werden.Das Harz kann sehr gut mit einer Schaumstoffrolle aufgetragen werden, die jedoch öfters gewechselt werden sollte, da sie sich meist auflöst! Das ganze sollte vorwiegend im Freien geschehen. Wenn Sie jedoch wie ich nicht die Möglichkeit haben so ein Becken im freien zu beschichten, ist es bei dauerhaft stoß geöffnetem Fenster und zum Schutz eine Atemmaske auch möglich. Andere Tiere etc. sollten sich nicht im Raum befinden. Der Raum sollte verschlossen werden und mit Handtüchern o.ä. ein Austreten der Ausdünstungen (die bei den Breddermann Harzen kaum zu riechen sind!) verhindert werden. Das Fenster hatte ich fast eine Woche lang auf. Daher aufpassen, falls es regnet. Dagegen eventuelle Schutzmaßnahmen ergreifen ;-) .
Wenn Sie das Becken in Der Wohnung beschichten wollen, sollte der Raum zudem mit starker Folie ausgekleidet werden. Genügend starke Schutzhandschuhe sollten ebenfalls vorhanden sein, da man das Harz keinesfalls an die Hände bekommen sollte. Der Härter ist sogar als ätzend deklariert. Die angezeigte Umweltgefährdung geht nur von nicht ausgehärtetem Material aus. Jedoch gibt es, wie oben beschrieben, nicht viele Epoxidharze, die für ein Aquarium geeignet sind. Ich würde daher quasi ausschließlich den geprüften Harzen der oben verlinkten Firma Breddermann Kunstharze vertrauen.
Je nach Glasfasermattenstärke (Kosten für das Becken etwa 20€) sind zwei Anstriche erforderlich. Ich habe oben erwähnte Menge genommen und kam am Ende auf 900g/m² Glasfasermatte und darin zwei Schichten Harz. Also fast 2,4kg pro m² plus Glasfaser. Sie können zudem die oberste Schicht mit Farbpartikeln farbig gestalten. Ich habe (ebenfalls im Breddermann Onlineshop erhältlich) schwarze Farbpartikel genommen und damit eine pechschwarze Masse angerührt und diese noch einmal als dritte Schicht (diesmal natürlich weitaus dünner) in das Becken verteilt. Nun war das Becken gut gegen Wasser geschützt. Es fehlte jedoch die Beschichtung von Außen (und unter den Querstreben), die ich in den Folgetagen ausführte.
Wie der gesamte Bau des Beckens war es unmöglich das alles alleine hinzubekommen. Und nun beim Bestreichen der letzten offenen Stellen, war es nötig das Becken immer wieder zu drehen, um ein Herunterlaufen des Harzes zu vermeiden. Diese Prozedur kann sich dann sehr lange hinziehen.
Nun können Sie noch (am besten noch vor dem Aufbringen der Außenschicht) sämtliche Ungeraden mit Schmiergelpapier glätten und überstehende Glasfaser kürzen und abrauhen. Denken Sie immer daran alles wieder mit Harz zu versiegeln! Nach belieben kann das Becken natürlich von Außen ebenfalls gestrichen werden, wie eben gewünscht. Da sind der Fantasie keinerlei Grenzen gesetzt.
Erinnern Sie sich noch an den Rahmenausschnitt? Den können Sie nun für Mittelstege zurechtsägen und sollten schon einmal die Löcher dafür in den Rahmen und der Rückseite bohren. Aber kleben Sie die bloß noch nicht fest, sonst passt keine Scheibe mehr rein ;-).
Das Ausmessen der Frontscheibe kann nun erfolgen. Vorher wäre es sehr schwierig die genauen Maße der Scheibe abzuschätzen. Beim Ausmessen der Scheibe sollten Sie beachten, dass diese etwa 5mm Spielraum zu allen Seiten besitzt. Den Rahmen sollten Sie nun auch noch etwas anrauhen, starke Unebenheiten wegrauhen und danach gründlich abwaschen und noch gründlicher mit Aceton reinigen, bevor Sie die Scheibe einkleben.
Für das Einkleben der Frontscheibe sind etwa 1 1/4 Silikonkartuschen pro 1m Rahmenlänge erforderlich. Sie sollen nur Qualitätsaquariensilikon wie Perenator oder Ottoseal benutzen. Am Vortag sollte bereits ein dünner Kleks Silikon jeweils an den Ecken und in der Mitte der Auflagefläche der Scheibe aufgebracht werden (Tipp aus Amazonas Ausgabe), die als Abstandshalter fungieren, so dass die Scheibe später nicht alles Silikon wieder herausquetscht.
Ziehen Sie eine wirklich dicke, breite Silikonschicht, um möglichst wenig Hohlräume in der Naht zu bekommen. Am besten geht das auch wieder zu zweit mit zwei Silikonpistolen. Die vorher gründlich mit Aceton gesäuberte Scheibe wird dann vorsichtig (am besten mit dünnen Handschuhen angefasst) auf den Rahmen gelassen. Das Becken kann dazu solange auf dem Rahmen auf Böcken lagern. Überquillendes Silikon können Sie nun Innen bzw müssen es zu einer Naht verstreichen, möglicherweise sogar noch einmal eine dicke Naht ziehen, um dem Becken eine saubere Innennaht zu verleihen. Diese trägt erheblich zur Dichtigkeit des Beckens bei. Die Außennaht ist später nur noch Zierde und kann mit Plastikleisten auch überdeckt werden. Das nach Außen quillende Silikon kann ebenfalls schon versucht werden, zu verstreichen oder man wartet bis es getrocknet ist und dann vorsichtig mit einem Cutter abschneiden. Alternativ auch der Tipp aus der Amazonas Ausgabe, den Rahmen vorher von Außen mit Tesafilm zu bekleben, welches nach dem Einsetzen der Scheibe abgezogen werden kann und eine glatte, saubere Außennaht hinterlässt. Das habe ich selbst jedoch noch nicht ausprobiert.
Nun können Sie die Silikonschicht ca. 1-2 Wochen aushärten lassen und noch die Querstreben mit Harz beschichten, oben anschrauben und am besten mit etwas Harz an den Enden an den Rahmen sicher befestigen. So vermeiden Sie ein Ausbeulen des Beckens!
Wenn die Dichtigkeitsprobe bestanden ist: Glückwunsch! Ihr Holzbecken aus MDF ist damit fertig ;-)
Wie es mit Siebdruck besser geht, erfahren Sie in Zukunft in Teil zwei des Artikels.
