Tigerbarsche

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Tigerbarsche
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Hier finden Sie die Inhalte der ehemaligen Homepage Tigerbarsch.de, also natürlich alles über die Familie Datniodidae! Da es letztendlich Unsinn war diese Homepage als Extraseite offen zu belassen, wurde sie sorgsam in das RaubfischWiki ohne jeglichen Verlust von Qualität oder Quantität übernommen! Ich bitte um Verständnis, dass der Informationsgehalt von ehemalig Tigerbarsch.de nun komprimiert in diesem Artikel zu finden ist.

Diese Seite ist auch erreichbar unter: raubfische.net/tigerbarsch



Inhaltsverzeichnis

Systematik

Systematische Einordnung

Actinopterygii -> Perciformes -> Datniodidae (Lobotidae)-> Datnioides (Coius)


Tigerbarsche sind Barschartige, da sie zur großen Ordnung der Perciformes gehören. Zu dieser relativ großen Gruppe zählt z.B. auch die Familie Cichlidae (Cichliden). Daher kommen schnell Unsinnigkeiten im Zusammenhang mit Tigerbarschen zustande. So werden sie von einem Laien schnell der Cichliden-Familie zugeordnet, da ja schließlich in ihrem deutschen Populärnamen das Wort "Barsch" steckt. Dieses wird jedoch in über 150 anderen, bekannteren Familien, die allesamt zu den Barschartigen zählen, nicht so gehandhabt. Dazu gehören z.B. Grundeln (Gobiidae), Schlangenkopffische (Channidae) und noch viele weitere Familien. Neben der Familie Cichlidae sind aber die Lobotidae einer der wenigen Familien der Barschartigen, die in ihrem Populärnamen die Silbe "-Barsch" haben. Gerade daher, kommt es schnell zu Verwechslungen. Tigerbarsche sind keine Cichliden ! Die Familie Lobotidae besteht aus 2 Gattungen, Datnioides und Lobotes. Lobotes sind vorwiegend im Meerwasser lebende Fische. Womöglich erscheint einem durch diese Verwandtschaft ein Tigerbarsch auch ein wenig, wie ein Meerwasserfisch. Bekräftigt durch seine knalligen Farben und seine, von Süßwasserfische abweichende, Körperform. Hier gibt es jedoch die ersten Verwirrungen, denn seit aktueller Nomenklautur, sind Tigerbarsche nun der Familie Datniodidae zu zuordnen. Das heißt, sie besitzen im Kreise der Barschartigen nun eine eigene Familie, was wohl auch sehr sinnvoll ist.


Die Coius - Datnioides Verwirrung

Nachdem wir nun die Einordnung in eine Gattung geklärt haben, kommt ein weiteres Problem auf; Heißen Tigerbarsche nun Coius oder Datnioides? Die Frage ist wohl schon oft von Ichthyologen bearbeitet worden. Wer schon früher auf dieser Homepage den Systematikteil durchgelesen hat, wird feststellen, dass ich für Tigerbarsch.de einst den Gattungsnamen Coius und nun durchgängig Datnioides benutze. Das dürfte vielleicht wieder für ein wenig Verwirrung in der Frage, welcher Gattungsname der richtige sei, gebracht haben. Auch die Wissenschaft hat mehrmals Umbenennungen in dieser Hinsicht vollzogen. Der Name Datnioides ist jedoch eindeutiger, weshalb ich mich für eine Umbennung auf dieser Homepage entschieden habe. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieser Homepage war dieser Gattungsname der derzeit gültige. Ein paar Jahre zuvor jedoch war es der Gattungsname Coius der gebräuchlich wurde. Jedoch soll dieser Gattungsname auch der stets gültige Name einer anderen Gattung sein. Von daher wäre Coius nicht eindeutig den Tigerbarschen zu zuordnen. Aufgrund dieser Tatsache war eine Umbennung zu Datnioides unausweichlich. Dieser Gattungsname beschreibt eindeutig die Tigerbarsche und wird daher nun auch im Nachhinein von mir auf dieser Homepage benutzt werden, um jegliche Verwirrungen auszuschließen und am Lauf der Zeit mit der aktuellen systematischen Einordnung zu sein.


Die 5 Arten

Folgende Systematische Ordnung ist gegeben:


Morphiologie

Auffallend bei Tigerbarschen ist ihre strahlenförmige Rückenflosse. Sie besteht aus vielen kräftigen, stachelartig ausgezogenen Strahlen, die bei Imponierung, Angst oder anderen speziellen Situationen (dies kann ziemlich oft sein, ein Herantreten ans Aquarium ist oft bereits ausreichend) aufgestellt wird. Diese Strahlen können sich leicht in einem Fangnetz verhaken und sind in der Hand äußerst unangenehm. Man sollte daher vorsichtig beim Herrausfangen der Tiere sein, dass man sie nicht in mühsamer Arbeit aus dem Fangnetz befreien muss. Tigerbarsche besitzen eine relativ spitz ausgezogene Schnauze, die den Schützenfischen (Toxotes sp.) recht ähnlich ist. An den Bauchflosen stehen manchmal 2-3 ausgezogene Strahlen, fadenartig heraus. Ihr Maul ist sehr weit ausstülpbar und erzeugt eine Art Sogwirkung beim Ergreifen der Beute. Sie haben relativ große Augen, was auf eine gute Seekraft schließen lässt. In Der tat nehmen sie die Bewegungen potenzieller Beute sehr genau war und lassen nicht von ihr ab.


Färbung

Durch ihre attraktive Färbung, haben Tigerbarsche ihren deutschen Populärnamen bekommen. Sie zeigen alle, nach Art differenziert, ein Streifenmuster, welches dem eines Tigers ein wenig ähnelt. Aber auch nur vom Prinzip her. Ihre Körpergrundfarbe ist gelb mit markanten schwarzen, senkrechten Streifen, welche übers Auge, bis hin zum Schwanzflossenstiel reichen. Je nach Art ist die Anordnung und die Intensität (D. polota hat eine silbrige Grundfarbe) der Färbung, verschieden. Mehr zu den einzelnen Erscheinungsbildern gibt es im spezifischen Artenteil.



Herkunft

Lebensräume

Tigerbarsche kommen in der Natur in Flüssen (Mekong, Chao Phraya etc.), in Küstengebieten und auch in Mangrovensümpfen vor. Die meisten Tiere leben jedoch in Flüssen oder auch in überschwemmten Wäldern, also zwischen Ästen im Gestrüpp. Daher ist der Hauptanteil der Lebensräume Süßwasser und kein Brackwasser. Dennoch kommen einige Arten auch im Brackwasser vor. Mehr dazu im Wasserteil Dort teilen sich Tigerbarsche ihren Lebensraum z.B. mit Schlammspringern und Schützenfischen. In den Flüssen Thailands sind es Haiwelse (Pangasius), Schlangenkopffische (Channa micropeltes beispielsweise) oder auch die beeindruckenden Teufelswelse (Bagarius). Alle Tigerbarsche stammen aus Südostasien. Während D. microlepis und D. polota auch weiter westlich vorkommen, ist das Vorkommen von D. campbelli stark auf die östlichen Küstengewässer konzentriert bis nach Papua Neu Guinea, wo der Typusfundort der Art ist. Auch D. polota kommt dort noch vor. Er hat das wohl größte Verbreitungsgebiet aller Tigerbarsche. Typischer Fundort ist jedoch Indien, von wo D. polota auch häufig importiert wird.


Verbreitung

Bild:Tigerbarsche_Verbreitung.png


Um eine möglichst gute Übersicht zu gewährleisten wurde die Karte mehrfach vergrößert und kann daher zum Teil etwas verpixelt wirken. Man erkennt selbstverständlich nicht jedes Detail auf einer solchen Karte. Um die Verbreitungsgebiete der einzelnen Arten noch einmal übersichtlich zu sehen, folgt nun noch ein Überblick für alle fünf Arten (im Artenteil findet man ebenfalls diesen ausführlicheren Überblick!).


Datnioides microlepis

Chao Phraya, Mekong (in Thailand) bis nach Borneo im Kapuas und in Sumatra im Musi


Datnioides polota

Von Indien bis nach Indonesien und Neu Guinea (Ozeanien)


Datnioides pulcher

Chao Phraya und Mekong


Datnioides undecimradiatus Ausschließlich im nördlichen Teil Thailands (vergl. Engl. Name "North Thailand Tiger)


Datnioides campbelli Papua Neuguinea, Ozeanien


Wie hier nun noch einmal schriftlich zu sehen ist, besitzen D. undecimradiatus und D. campbelli das kleinste Verbreitungsgebiet und D. polota und D. microlepis das größte.


Haltung

Das Becken

Tigerbarsche benötigen nicht unbedingt Großbecken. Es sind Raubfische, die mit mittelgroßen Becken zurecht kommen. Das Mindestmaß sollte ein 150x60x60 Becken für die kleineren Arten, wie D. undecimradiatus und D. polota, sein. D. pulcher, microlepis und campbelli sollte man nach Möglichkeit größere Becken gönnen, ab 200x60x60. Die zuvor gemachten Angaben beziehen sich auf adulte Tiere. Aufgrund der Tatsache, dass Tigerbarsche ein relativ langsames Wachstum aufweisen, können Jungfische auch in kleineren Behältnissen gehalten werden. Einige Individuen sind mehr höhlenbewohnend, als andere. So haben mein D. polota und D. undecimradiatus den gesamten Tag außerhalb der Fütterungszeit in ihren Höhle geruht. Jedoch liegt es auch häufig an den Versteckmöglichkeiten (siehe Einrichtung), die den Barschen zur Verfügung stehen. Je mehr Möglichkeiten sie haben, desto mehr nutzen sie sie auch, doch zeigen sie durch dieses sichere Gefühl auch meist attraktivere Farben. Platz ist jedoch immer Vorraussetzung für die Haltung dieser großen Barschartigen. Man sollte bedenken, dass ein 30cm großer Tigerbarsch auch eine beachtliche Höhe besitzt, da die Fische ziemlich hockrückig sind. Eine großzügige Beckenhöhe ist also auch nicht verkehrt.


Die Einrichtung

Die Einrichtung eines Tigerbarsch Beckens ist ein sehr wichtiges Kapitel für die erfolgreichen Pflege. Es können nicht genug Wurzeln, Pflanzen und andere Verstecke ins Becken eingebracht werden. Gerade Jungtiere benötigen viele Versteckmöglichkeiten, in denen sie sich zurückziehen können, ansonsten verblassen ihre Farben und sie werden apathisch. Ein dunkel gefärbter Tigerbarsch ist oft Anzeichen für ein versteckloses Becken, in dem er sich sehr unsicher fühlt. Versteckmöglichkeiten fördern daher die Färbung Man sollte ihnen selbst Zeit lassen sich im Freiwasser zu zeigen. Zu Anfang werden sie sicherlich gerne die vielen Möglichkeiten annehmen, aber schon bald werden sie ihre Scheu verlieren und vorsichtig ihre neue Umgebung erkunden. Von einrichtungsarmen oder gar leeren Becken rate ich bei der Pflege von Tigerbarschen dringend ab. Rückzugsmöglichkeiten schätzen sie, wie kaum ein anderer Räuber so sehr, dass ich nicht darauf verzichten würde. Wenn festgestellt wird, dass die Tiere viel im Freiwasser schwimmen, kann man versuchen eventuell einige Rückzugsmöglichkeiten abzubauen. Insbesondere ältere Fische greifen weniger auf Verstecke zurück und kommen besser mit weniger klar, als juvenile. Der Bodengrund ist von keiner Bedeutung, da die Tiere im Freiwasser räubern und nicht den Grund durchwühlen. Auf dunklem Grund können Tigerbarsche jedoch selbst dunkler wirken. Am besten bewährt haben sich Sand und "mittelheller" Kies. Natürlich sind hier auch noch viele "Experimente" möglich. Auch bei einer Abdeckung kann gespart werden. Tigerbarsche habe ich noch nie bei Ausbruchsversuchen erleben können. Dennoch würde ich sie nicht in offenen Becken halten, da man sicherlich nie so genau weiß, auf welche Ideen sie so kommen...

Alles in allem kann man Tigerbarschen schnell ein optimales Becken bieten. Hauptaugenmerk sollten dabei die Beckengröße und die Versteckmöglichkeiten sein.


Wasser

Die Wasserbeschaffenheit im Tigerbarschbecken scheint eine größere Rolle zu spielen, als bei anderen, groß werdenden Raubfischen, wobei die Wasserwerte meist eher eine untergeordnete Rolle spielen. Außer dem Salzgehalt (mehr dazu gleich) spielt die Wasserqualität eine relativ wichtige Rolle. Man sollte die Filterung nicht zu klein wählen, um das Wasser möglichst sauber und frei von organischem Material zu halten. Hohe Nitritwerte verkraftet kaum ein Tigerbarsch lange. Andere große Räuber stecken einen ungewollten Nitritpeak schon einmal weg, Tigerbarsche verzeihen so etwas jedoch leider nicht.


Brackwasser oder Süßwasser?

Oft wird behauptet, dass Tigerbarsche Brackwasserfische sind. Leicht lässt sich diese Frage mit Nein beantworten, der schwierige Weg lautet "Jein" und diesen schlage ich nun ein, denn er erscheint mir als der richtigere. In diesem Kapitel muss ich (leider) nun die einzelnen Wasserwünsche in der Artbeschreibung schon vorweg nehmen. Im Prinzip lassen sich alle Tigerbarsche in reinem Süßwasser halten. Für D. microlepis, pulcher und undecimradiatus ist dies auch überhaupt kein Problem. Doch zu weich sollte das Wasser nicht sein, alkalische Werte sind aber bereits mehr als ausreichend. Die drei genannten Arten sind die, welche auch besser im Süßwasser aufgehoben sind, als im Brackwasser. (s.h. Verbreitungsgebiet!) Insbesondere D. undecimradiatus, der quasi keine Möglichkeit in der Natur hat ins Brackwasser zu gelangen, dürfte in einem richtigen Brackwasserbecken wohl ziemlich fehl am Platz zu sein. Vermutlich wäre es sogar auf Dauer schädlich. D. pulcher ist ebenfalls sehr gut im Süßwasser aufgehoben. Bei D. microlepis kann man prinzipiell variieren, da auch das Verbreitungsgebiet weitaus größer ist.

D. polota und campbelli sind jedoch keine eindeutigen Süßwasserfische. Diese beiden Arten kommen vermehrt in Küstennähe vor, weshalb sie häufiger in Brackwasserregionen kommen, als die anderen drei Arten. Dauerhaft scheinen sie jedoch nicht im Brackwasser zu sein, da bei beiden Arten auch eine Süßwasserhaltung möglich ist. Keinesfalls sollte weiches Wasser verwendet werden! Idealerweise sollte man mindestens alkalische Wasserverhältnisse haben (etwas weicher geht jedoch auch noch), vielleicht auch wirklich ein Brackwasserbecken, auch wenn die Tiere nicht im Süßwasser kränkeln. Man kann im Prinzip verfahren, wie man will!

Ich hoffe damit nun auch diese leidige Frage einigermaßen aufgeklärt zu haben und vor allem hartnäckige Brackwassergerüchte endlich aus der Welt geschafft zu haben. Zum Schluss lässt sich vielleicht noch sagen, dass ich selbst alle Arten über einen längeren Zeitraum erfolgreich im Süßwasser gepflegt habe.


Fütterung

Die Ernährung von Tigerbarschen bereitet kaum Probleme. Es handelt sich um Raubfische, die nicht auf Lebendfutter angewiesen sind. Es kann auf Frostfutter zurückgegriffen werden. Kleine Tigerbarsche sind am besten mit roten Mückenlarven zu ernähren, sobald sie die 8cm geknackt haben, ist es an der Zeit Abwechslung zu bieten, da eine dauerhafte Ernährung mit Mückenlarven nicht gerade ideal ist. So kann man bereits kleine Garnelen und Stinte verfüttern. Kleine Futterfische, wie etwa Guppys, sind auch ein Leckerbissen. Hierbei lässt sich prima das spannende Jagdverhalten der Tiere beobachten. Eine besondere Spezialität sind Garnelen jeglicher Art, die jeder Tigerbarsch gerne annimmt. Später können auch gefrorene Garnelen aus dem Discounter (ohne Gewürze!) gut verfüttert werden. Die Inhaltsstoffe sollen die Farbintensität erhöhen und schmecken den Barschen sichtlich gut.

Mit einem Unterdruck, der mit Hilfe ihres sehr weit ausstülpbaren Maules produziert wird, werden Beutetiere im wahrsten Sinne des Wortes eingesogen. Tigerbarsche überschätzen sich auch schon einmal leicht in der Beutefischgröße und erwischen teils auch sehr große Fische. Erstaunlicherweise schaffen sie es dennoch auch die größten Fische hinunterzuwürgen. Man sollte daher die Beutefischgröße nicht unterschätzen, bei der Wahl der möglichen Mitbewohner. (Mehr dazu unter Vergesellschaftung) Tigerbarsche haben quasi immer Hunger und gerade das macht sie zahm; denn sie wissen, wann man von wem sein Leckerchen bekommt und beobachten daher genau, was jenseits der Glasscheiben vor sich geht.

D. undecimradiatus und D. pulcher fressen gemeinschaftlich

Manche Exemplare sollen auch Pellets fressen. Dies ist jedoch eher selten der Fall, so dass für Garnelen, Stinte, Muscheln, Mückenlarven und andere Leckereien gesorgt werden sollte. Ab und an sind auch Futterfische eine willkommene Abwechslung und zeigen das Jagdverhalten eines Tigerbarsches, wie in den folgenden Videos eindrucksvoll bewiesen wird....


Wenn es dann einmal so weit ist und sie endlich gesättigt sind, werden sie in bodennähe absinken und mit teils kugelfischrunden Bäuchen mit dem Verdauen beginnen. Dies mag den ein oder anderen zuerst erschrecken, aber es ist unfassbar, wie voll sich diese Fische fressen können, dennoch ist es völlig normal, wenn man nach der Fütterung denkt, man hätte sich Kugelfische gekauft...


Vergesellschaftung

Verhalten untereinander

Da Tigerbarsche selten in den Handel gelangen und dann meist preislich nicht gerade ein Schnäppchen sind, werden meist leider nur wenige Exemplare bis hin zu Einzeltieren erworben. Davon rate ich dringend ab! Tigerbarsche sind sehr gesellig untereinander und entwickeln mit zunehmenden Alter und Größe in einer Gruppe bestimmte Sozialstrukturen. Es zeichnet sich alsbald ein "Boss" in der Gruppe ab. Daher sollte man auf Einzeltiere verzichten und wenigstens 2 Barsche nehmen. Besser natürlich mehr, umso interessanter ist es die sozialen Gefüge zu studieren, über die ich leider selbst auch noch nicht sehr viel herausfinden konnte, da es mir nie möglich war wirklich viele Tigerbarsche bis dato zu erwerben. Zu schweren Auseinandersetzungen kommt es zwischen Tigerbarschen eigentlich kaum. Jedoch werden neue Tiger erst einmal extrem in die Mange genommen und es bedarf einige Zeit Beobachtung. Wenn nun nicht genügend Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind, kann es schon einmal kritisch für den Neuling werden. Ein paar Kratzer sind jedoch völlig normal. Meist dauert es etwa ein bis zwei Wochen, bis das neue Mitglied sich in die Gruppe eingefunden hat. Auch die alle Arten miteinander vertragen sich sehr gut. Die Barsche unterscheiden von ihrem Verhalten her nicht zwischen der eigenen Art und fremde Arten.

Eine Ausnahme bilden dagegen jedoch einige Exemplare von D. campbelli. Insbesonders Alttiere können sehr aggressiv werden und andere Tigerbarsche sogar umbringen! Es ist daher eine Eingewöhnung von klein auf anzuraten. Große Tiere nur unter Aufsicht hinzusetzen!

Gemeinsam Imponierende Tiere (nicht gegeneinander)
Versch. Tigerbarsche


Verhalten gegenüber anderen Fischen

Gegenüber anderen Fischen zeigen sich Tigerbarsche recht unterschiedlich. Keinesfalls sollte man versuchen sie mit wehrhaften Fischen zu vergesellschaften. So funktionierte die Gesellschaft mit Crenicichla überhaupt nicht und verursachte einen erheblichen Verlust, da der 10cm kleinere Tigerbarsch im Kampf gegen seinen "barschigen Kollegen" den kürzeren zog.

Tigerbarsch mit extremer Kampfverletzung
Der gerade einmal 7cm große D. polota legte sich mit einem 16cm langen Crenicichla an, welcher sich natürlich kräftigst wehrte.

Tigerbarsche wissen jedoch scheinbar nicht, wann es reicht und versuchen ihr Gegenüber solange zu bedrängen, bis sie die Überhand gewinnen. Dabei scheinen Größenunterschiede keine Rolle zu spielen. In diesem Falle hat der Crenicichla dem Tigerbarsch gezeigt, dass er die Überhand besitzt, was gleichzeitig den Tod des Barsches zur Folge hatte. (siehe Bild links).

Um solche Verluste zu vermeiden ist es also von Nöten die Gesellschaft gut zu überdenken. Optimalerweise sind die Beifische in der selben Größe, wie die Tigerbarsche. Größere Abweichungen in der Größe können zu solchen Katastrophen führen. Es empfiehlt sich vor allem friedlichere, größere Fische als Beifische auszuwählen. Cichliden sollten daher eher gemieden werden, da es unter ihnen doch weitaus mehr Rabauken gibt. Friedliche Fische, die von sich selbst aus nicht agieren, interessieren Tigerbarsche überhaupt nicht. Ist ihr gegenüber jedoch an ein Kräftemessen interessiert, stört es den Tigerbarsch nicht mehr, wen er gerade vor sich hat und lässt sich auf einen, im ungünstigsten Falle tödlich verlaufenden, Kampf ein.

Tigerbarsche in Gesellschaft

Flösselhechte (Polypteridae), Knochenhechte (Lepisosteidae) oder auch Süßwasserrochen wären eine funktionierende Alternative. Eine Vergesellschaftung mit diesen Fischen wäre auch optisch betrachtet ein schönes Zusammenspiel.

Zu großen, friedlichen Fischen sind Tigerbarsche ebenfalls sehr friedlich. Jedoch sollten auch sehr hektische Fische und vor allem Messerfische (hektische Flossenbewegungen!) vermieden werden, da dies die Barsche irritiert und sie gerne einmal so einen lecker zappelnden Fisch kosten wollen und dies auch tun. Vor allem durch ihre gute Sehkraft ist es so, dass sie ihre Umgebung sehr genau beobachten. Alles, was auffällig ist wird verfolgt, beobachtet oder gefressen. Messerfische scheinen Tigerbarschen derart fremd zu sein (insb. die schlankeren südamerikanischen Arten), dass sie kaum ihre Augen von ihnen lassen können. Vermutlich liegt es an der wellenartigen Flossenbewegung der Messerfische, dass sie für Tigerbarsche besonders interessant sind.


Die Zucht - Eine unlösbare Aufgabe?

Im Prinzip kann dieses Thema auch komplett wegfallen. Es ist leider noch nie gelungen Tigerbarsche nachzuzüchten. Dies liegt wohl zum einen an ihrem langsamen Wachstum und ihrer dadurch vermutlich erst sehr spät eintretenden Geschlechtsreife, zum anderen daran, dass kaum Tigerbarsche in artgerechten Becken gehalten werden, wo Eier eine Chance hätten nicht von anderen Fischen gefressen zu werden. Trotzdem wurde bereits von Ablaichvorgängen berichtet. Dabei wurden die Eier einfach unter einer Wurzel abgelegt, es dürfte sich daher um Freilaicher handeln, die sich nicht um ihre Brut kümmern. Zu einem Jungfisch ist es in Gefangenschaft leider noch nie gekommen. Auf Bildern wurden weder Ablaichvorgänge, noch die Eier geschweige denn eine Nachzucht dokumentiert.

Es ist jedoch sehr seltsam, dass es bisher noch nie geklappt hat. Tigerbarsche sind in asiatischen Aquarien sehr beliebt und werden häufig zusammen mit asiatischen Arowanas (Scleropages formosus) in einem Becken gehalten. Schaut man nur einmal bei Arofanatics kurz hinein, sieht man schnell, dass Tigerbarsche im "fernen Osten" sehr beliebte Aquarienfische sind. Wieso gab es also bisher noch keine Nachzucht?

Nicht nur, dass die Nachzucht von Tigerbarschen eine unlösbare Aufgabe zu sein scheint, es scheint ein großes Rätsel zu sein. Natürlich konnten bisher auch keinerlei Geschlechtsunterschiede ausfindig gemacht werden, vermutlich sind diese auch äußerlich nicht erkennbar. Daher ist es von Nöten eine Gruppe Tigerbarsche zu kaufen, aus der sich ein potenzielles Pärchen, was wohl sowieso nur zum Ablaichen zusammenfinden wird, bilden kann. Doch auch Gruppen von Tigerbarschen wurden bereits viele Jahre in japanischen oder auch amerikanischen Aquarien gehalten. Trotzdem kam es noch nie zu einem Zuchterfolg. Und genau hier stellt sich die Frage, woran es liegen könnte. Bisher konnten sicherlich vielleicht erst 5% aller tropischen Süßwasserfische jemals nachgezüchtet werden, vor allem deshalb, weil sie kaum in heimische Aquarien gelangen, aber das ist beim Tigerbarsch ja anders. Benötigen Tigerbarsche ein möglichst naturgerechtes Becken und keine sterilen Becken, wie sie in Asien üblich sind? Oder können sie nur zum Ablaichen angeregt werden, wenn das Wasser aufgesalzen wird, was garantiert so gut wie keiner der östlichen Tigerbarschhalter gemacht hat? Oder handelt es sich bei den Tigerbarschen etwa um Fische die so spät die Geschlechtsreife erlangen, wie kein anderer?

Natürlich bin ich selbst eifrig auf der Suche nach einer Lösung. Dazu benötige ich natürlich erst einmal Exemplare, die wirklich geschlechtsreif sein könnten und das dauert schon einmal ein paar Jahre. Richtig große Tigerbarsche sind leider sehr selten zu bekommen, so dass neue Erkenntnisse leider wohl viele Jahre noch auf sich warten lassen müssen. Da die heimischen Gewässer (vor allem der Mekong) immer weiter durch Wasserverschmutzung und den extrem gefährlichen Dammbau Chinas, der immer weniger Wasser Richtung Thailand durchlässt, gefährdet sind, werden in Zukunft sicherlich durch ihre geringe Vermehrungsrate Tigerbarsche wie der asiatische Arowana auf die Liste der gefährdeten Arten gesetzt werden. Der erste Schritt in dieser Richtung ist getan, D. pulcher darf nicht mehr aus Thailand exportiert werden. Jedoch dürfte es sich hier eher um einen Schritt zur Sicherung des Symbolfisches handeln, da D. undecimradiatus durch sein noch kleineres Verbreitungsgebiet wohl weitaus gefährdeter ist, jedoch nicht so symbolträchtig ist, wie der beeindruckendere "Siam Tiger", D. pulcher. Auf jedenfall sollte es daher ein großes Anliegen sein Tigerbarsche nachzuzüchten.


Die Arten

Datnioides microlepis

Deutsche Bezeichnung: "Gemeiner Tigerbarsch" Englisch: Indo Tiger (IT)


Synonyme: keine vorhanden


Vorkommen:

Datnioides microlepis hat ein riesiges Verbreitungsgebiet, weshalb es sich hier wohl auch um die am häufigsten importierte Art handelt. Ihre Fundorte reichen vom Chao Phraya und Mekong in Thailand bis nach Borneo, Indonesien und Sumatra. Es ist also davon auszugehen, dass D. microlepis durchaus ins Brackwasser vordringt, weshalb eine Brackwasserhaltung gut möglich ist.


Körperbau:

Kaum von D. pulcher oder D. campbelli zu unterscheiden. Die sichersten Unterschiede bestehen in der Zeichnung von D. microlepis.


Zeichnung:

D. pulcher und D. microlepis auseinanderzuhalten ist womöglich nur Profis vorbehalten. Zumindestens ist es sehr schwierig und leider nicht immer eindeutig. Es wurden bereits Hybriden der Arten vermutet, diese Antwort halte ich jedoch für zu einfach. Wahrscheinlich handelt es sich um natürliche Zeichnungsunterschiede oder gar Standortvarianten. Besonders bei Tigerbarschen aus Vietnam erkennt man eine leicht andere Streifenzeichnung. Da Importe aus der Gegend jedoch selten sind, gibt es hier keine genauen oder gesicherten Unterscheidungsmerkmale. Es gibt zwei Möglichkeiten D. pulcher und D. microlepis auseinanderzuhalten: 1) Man sieht sich die Zeichnung auf dem gesamten Körper an. D. pulcher besitzt einen chrakteristisch breiteren Mittelstreifen. Zudem ist die Anzahl der Streifen in dem meisten Fällen geringer, als bei D. microlepis, welcher eng mit dünnen Streifen gezeichnet ist. Im Idealfall hat ein D. pulcher 5 Streifen (ohne Schwanz), ein D. microlepis etwa 6 Streifen (ohne Schwanz). Leider sind diese Unterschiede jedoch nicht immer eindeutig. 2) Weitaus sicherer ist die Bestimmung mit Hilfe der Schwanzflossenstreifen. Bei D. pulcher reicht ein letzter Streifen in die Schwanzflosse hinein, bei D. microlepis endet dieser Strich kurz vor der Schwanzflossenwurzel. Darauf folgen dann bei D. microlepis zwei parallele dünne Streifen, bei D. pulcher ist dies häufig (jedoch nicht immer, siehe Foto oben!) nur ein senkrechter Streifen.

Adulte D. pulcher sind meist orange farbend gefärbt, so dass es weitaus leichter ist die Tiere zu bestimmen, je größer sie sind. D. microlepis behält seine goldgelbe Farbe.

Am sichersten ist es sich beide Unterscheidungsmerkmale genau anzugucken. Dennoch ist es einfach nicht bei jedem Tier möglich, es als D. pulcher oder D. microlepis einzuordnen.


Besonderheiten:

Der am häufigsten zu bekommende Tigerbarsch. Gleichzeitig wird diese Art mit bis zu 45cm jedoch auch recht groß. Bis diese Größe erreicht wurde, dauert es jedoch viele Jahre. D. microlepis werden oft zusammen mit D. pulcher trotz des Exportverbotes letzteren importiert.


Datnioides pulcher

Deutsche Bezeichnung: "Schöner" Tigerbarsch Englisch: Siam Tiger (ST) Thailand: Tai Guo Hu


Synonyme: keine vorhanden


Vorkommen:

D. pulcher ist sehr selten geworden und kommt nur noch in Teilen Thailands, im Mekong und Chao Phraya, vor. Neben D. undecimradiatus ist dies das kleinste Verbreitungsgebiet aller Tigerbarsche. Bedingt durch Wasser- bzw Umweltverschmutzung ist diese Art allmählich in ihrem Bestand bedroht, näheres unter "Besonderheiten".


Körperbau:

Kaum von D. microlepis oder D. campbelli zu unterscheiden. Die sichersten Unterschiede bestehen in der Zeichnung von D. pulcher.


Zeichnung:

siehe Datnioides microlepis!


Besonderheiten:

D. pulcher können sehr groß werden, es ist von über 40cm auszugehen. Wie alle Tigerbarsche, wächst die Art jedoch auch ziemlich langsam. Seit einiger Zeit gibt es ein Exporverbot der Art aus Thailand, was zuerst das Ende der Haltung der Art im Aquarium ankündigte. Dennoch gelangen weiterhin Tiere in verschiedene Länder. Meist zu sehr hohen Preisen oder als blinde Passagiere, nämlich kleine Tiere zwischen D. microlepis. So ist vermutlich nicht davon auszugehen, dass in naher Zukunft keine D. pulcher mehr zu bekommen sind. Zwar sind die Preise stark gestiegen, aber dadurch, dass es so schwer ist D. pulcher von D. microlepis zu unterscheiden, hat man immer mal wieder Glück D. pulcher bekommen zu können! Es besteht jedoch eine Diskrepanz, was die Wertschätzung und Echtheit einiger D. pulcher angeht. So werden meist orange gefärbte Exemplare als "echte pulcher" angepriesen. Und tatsächlich gibt es Tiere, die bereits sehr früh eine stark orangene Färbung aufweisen. Ob es sich hier um Standortvarianten oder gar eine neue Art handelt, ist jedoch nicht geklärt. So gibt es dennoch mitunter verschieden farbige pulcher, was sich auch am Preis bemerkbar macht.

Datnioides undecimradiatus

Deutsche Bezeichnung: Feingestreifter Tigerbarsch Englisch: Nord Thailand Tiger (NTT), Thinbar Dat


Synonyme: keine vorhanden


Vorkommen:

Diese Art kommt wohl nur in Nordthailand im Mekong vor. Damit hat sie neben D. pulcher ein sehr kleines Verbreitungsgebiet. Dadurch gelangt D. undecimradiatus wohl auch niemals ins Brackwasser.


Körperbau:

Neben D. polota, weicht auch bei D. undecimradiatus die Körperform ein wenig den anderen drei Arten ab. So wirken Datnioides undecimradiatus weitaus kompakter bzw kantiger. Besonders bei größeren Exemplaren erkennt man eine eckigere Körperform im Vergleich zu allen anderen Arten. Bedingt durch diese Form, sind sie auch nicht so hochrückig.


Zeichnung:

Die Streifen auf meist sehr goldenem Grund, sind sehr fein und deutlich erkennbar mit größerem Zwischenabstand. Meist besteht die Zeichnung aus 4 Streifen und zwei Schwanzflossenstreifen.


Besonderheiten:

Datnioides undecimradiatus wird etwa 30-40cm groß und ist somit einer der beiden kleineren Arten.


Datnioides polota

Deutsche Bezeichnung: Silberner Tigerbarsch Englisch: American Tiger (AT) od. Silver Datnoid


Synonyme: Chaetodon quadrifasciatus (Sevastianov, 1809), Coius binotatus (Gray, 1834), Lobotes hexazona (Bleeker, 1851) (frühere Bezeichnung Datnioides quadrifasciatus)


Vorkommen:

D. polota hat ein relativ weitreichendes Verbreitungsgebiet. Es erstreckt sich vom östlichen Teil Südostasiens bis nach Ozeanien. Einige der Importe dieser Art stammen aus Indien, wo er als einzige Tigerbarschart vorkommt. Doch erstreckt sich sein Verbreitungsgebiet weiter bis nach Thailand, über Indonesien und den gesamten ozeanischen Raum um Papua Neuguinea. Neben D. campbelli bewohnt diese Art hauptsächlich die Küstenregionen und verträgt daher sehr gut Brackwasser.


Körperbau:

Unter allen fünf Arten besitzt D. polota noch die scheinbar sichtbarste Abweichung hinsichtlich der Körperform. Im Vergleich zu den anderen Arten sind adulte D. polota insgesamt langgestreckter und nicht ganz so hochrückig, wie ihre Verwandten. Sie wirken dadurch ein wenig eleganter und nicht so bullig. Darüber hinaus besitzt D. polota natürlich noch weitere, spezifische Merkmale. Wer ein gutes Auge besitzt, kann versuchen anhand der Rückenflossenstrahlen die Art zu identifizieren. Man wird auf etwa 12 Strahlen kommen. Dies ist jedoch meist nicht nötig, da die Fische doch recht gut auf den ersten oder zweiten Blick zu identifizieren sind.


Zeichnung:

Charakteristisch und ausschlaggebend für die korrekte Identifizierung der Art ist ihre silbrige, bis dunkelgraue Färbung. Nur unter einigen Lichtverhältnissen kann es vorkommen, dass D. polota auch schon einmal leicht gelb bis golden schimmern kann. Normalerweise sind sie jedoch einheitlich silbern gefärbt. Auch die Streifenzeichnung unterscheidet sich von den anderen Arten. Man wird bis zu sieben Senkrechtstreifen zählen können, wo manchmal auch noch halb angedeutete Streifen zwischen zu finden sind. An der Schwanzflossenwurzel befindet sich ein dickerer Fleck, der nahe des Flossensaumes vom charakteristischen "Doppelpunkt" gefolgt wird. Dies sind zwei direkt übereinander liegende Punkte, die am Ende der Schwanzflosse sitzen.


Besonderheiten:

D. polota kann eine Maximalgröße von etwa 35cm erreichen. Zusammen mit D. undecimradiatus ist sie eher einer der kleineren Arten. Ihr Wachstum soll noch ein wenig langsamer sein, als bei den anderen vier Arten. Dies könnte erklären, weshalb große Tiere sehr selten sind. Jedoch gelten sie auch als die unattraktivsten Tigerbarsche und sind daher nicht so beliebt, wie die anderen Arten. D. polota findet daher umso weniger Abnehmer. Früher war die Art als Datnioides quadrifasciatus bekannt, ein Name, der auch jetzt noch fälschlicherweise benutzt wird.

Datnioides campbelli

Deutsche Bezeichnung: Campbell's Tigerbarsch Englisch: New Guinea Tiger (NGT)


Synonyme: keine vorhanden


Vorkommen:

Ein recht ungewöhnlich und aquaristisch wenig erforschtes Verbreitungsgebiet hat D. campbelli. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass diese Art sehr selten in den Handel gelangt. Das Verbreitungsgebiet ist Ozeanien, speziell Papua Neuguinea. Die Art soll vorwiegend in Küstenregion vorkommen und verträgt daher neben D. polota ebenfalls am besten Brackwasser. Dennoch ist eine Süßwasserhaltung möglich, siehe Abschnitt "Wasser" .


Körperbau:

Der Körperbau von Datnioides campbelli unterscheidet sich kaum von D. pulcher oder D. microlepis. Ausschlaggebend für die Bestimmung ist seine besondere Zeichnung.


Zeichnung:

Charakteristisch und ausschlaggebend für die korrekte Identifizierung der Art ist die stark verwischte Streifenzeichnung. Die unregelmäßigen Ränder der schwarzen Senkrechtstreifen auf knallig gelbem Untergrund verleihen dieser Art ein gesondertes Erscheinungsbild. Durch diese unregelmäßige Streifenzeichnung, ist D. campbelli kaum mit den anderen Arten zu verwechseln.


Besonderheiten:

Zusammen mit D. pulcher und D. microlepis ist D. campbelli einer der drei großen Arten mit einer Endgröße über 40cm. Es wird immer wieder berichtet, dass D. campbelli sehr aggressiv sind und besonders andere Tigerbarsche (auch der eigenen Art) stark unterdrücken können. Teils mit dem Ergebnis, die Tiere zu trennen. Es sollte daher in jedem Falle eine Notlösung eingeplant werden, falls D. campbelli zu zu starken Aggressionen neigen sollte. Vermutlich hängt es jedoch auch individuell vom Charakter der Tiere ab.


Sonderthema: Tigerbarsche und die Bedrohung des Epizootic Ulcerative Syndrome

Seit einiger Zeit erlebt man des öfteren den plötzlichen Tot von Tigerbarschen.

Wohl von EUS getöteter D. polota; Deutlich zu erkennen die weiße Verfärbung.

Als ich 2008 zwei Boxen Datnioides undecimradiatus aus Thailand und Datnioides polota aus Vietnam mitimportierte, ahnte ich noch nicht, dass ich es wohl mit dem Epizootic ulcerative Syndrome zu tun bekommen werde. Die D. polota hatte ich bei mir zuhause, die anderen bei einem Bekannten. Die Tiere waren völlig unabhängig voneinander importiert und in Quarantäne gekommen. Kein Tropfen Wasser kam jemals miteinander in Berührung. Die Tiere schwammen für ganze 6 Wochen absolut problemlos im Quarantänebecken.

Ich entdeckte nach dieser Zeit verinzelte helle Stellen auf einigen Barschen. Diese stellen sahen aus wie ein pigmentloser Fleck, fast wie eine albinotische Stelle. Davon waren wenn überhaupt drei auf einem Tier zu sehen, meist sogar nur eine und das sehr klein. Mit der Zeit bekamen die Tiere zunehmend auch rot unterlaufene Stellen und wurden spätestens jetzt apathisch. Ohne weitere Anzeichen starben sie innerhalb kürzester Zeit, nachdem sie nur noch durchs Becken torkelten.

Lange Zeit war es mir völlig unklar, was da gerade vorging. U.a. unternahm ich eine Aufsalzung des Beckens in Verbindung mit einer GH und PH Erhöhung, da D. polota ja gern sich in Küstenregion aufhalten. Alles das brachte jedoch gar nichts und alle Tiere verstarben in einem Abstand von ca. 1 Monat nacheinander. Auch die Tiere aus Thailand starben urplötzlich mit selbigen Symptomen: Sichtbare hell unterlaufene Flecken, teils mit Rötungen.

Da beide Importe eben völlig unabhängig voneinander waren konnte dies nur bedeuten, dass beide male eine Erkrankung aus der Fangstation eingeschleppt wurde, nur was? Nach schwierigen Recherchen (Symptom war absolutes Neuland für die meisten) stieß ich auf die gefährliche Ausbreitung von EUS, dem Epizootic ulcerative Syndrome. Die einschlägigen Infos hierzu sind jedoch fast ausschließlich in englischer Sprache aufzufinden und noch sehr dürftig.


Die Erkrankung war erstmals als eine Krankheit von Colisa Arten, als eine Zwergfadenfischkrankheit bekannt geworden. Das beunruhigende an dieser Sache ist auf der DRTA Homepage aufgeführt;

"Seit einigen Jahrzehnten breitet sich in Asien eine Erkrankung aus, die Epizootisches Ulzeratives Syndrom (Epizootic ulcerative Syndrome - EUS) genannt wird. Beschreibung und Ablauf entsprechen genau den Symptomen, die bei den hier gehandelten Zwergfadenfischen auftreten. Im Internet findet sich das Epizootic ulcerative Syndrome (EUS) Technical Handbook der Universität Bankgok in dem die Erkrankung im Detail beschrieben wird. Dort werden auch Ausbreitung, Verlauf und mögliche Ursachen diskutiert. Als eine betroffene Fischart werden die Zwergfadenfische genannt. Demnach sind zunehmend mehr asiatische Flüsse von EUS verseucht und auch Aufzuchtanstalten sind immer wieder betroffen. Leider ist der Bericht mittlerweile kostenpflichtig."

Auch die Ursache, was für das Krankheitsbild (mehr ist es noch nicht) EUS verantwortlich ist, ist nicht vollends geklärt. Wie auf obriger Homepage ebenfalls zu lesen ist, scheint es sich um einen "dualen" Befall zu handeln; Zum einen soll ein sog. "Megalocityvirus" beteilligt sein, ebenso war auch der Pilz Aphanomyces invadans bei einigen Tieren nachweisbar. Eine eventuelle Helferrolle soll zudem das Bakterium "Aeromonas hydrophila" sowie A. sobria spielen.

Ebenso auffällig ist, dass EUS scheinbar bisher hauptsächlich Fische der Ordnung Perciformes befällt. Channa, Labyrinther und echte Barsche wurden bisher nachweislich mit EUS infiziert. Ein bei mir im Becken befindlicher Dornwels blieb von der Krankheit zudem gänzlich verschont. U.a. wohl aufgrund der fehlenden Beschuppung der Siluriformes ist daher wohl davon auszugehen, dass diese Ordnung nicht befallen werden kann. Einen englischsprachigen Artikel gibt es auch noch hier zu finden, wo am Ende ein künstlich(!) infizierter Goldfisch exakt die selbe Symptomatik wie befallene Datnioides Arten aufweist.


Es fällt mir daher an dieser Stelle äußerst schwer konkrete Hinweise zu dieser Krankheit zu geben. Für mich ist mit diesem erneut herben Verlust der Entschluss gefallen, keine frisch importierten Tigerbarsche mehr zu holen. Und ein sehr sehr ungutes Gefühl bleibt zurück, dass diese Infektion womöglich in den nächsten Jahrzehnten zu einem noch weitaus größeren Problem werden könnte, als bisher vielleicht angenommen...


Weitere Links zum Thema:

Practicalfishkeeping